Wie verändert Doula-Arbeit die Welt?

Ich stelle mir meistens, wenn ich was tu, die Frage „wie beeinflusst das die Welt?“, so natürlich auch bei der Doula-Arbeit. Der Same für mein Doula-Sein ist meinem Gefühl  nach bei meiner ersten (Haus)geburt gelegt worden, durch eine Hebamme, die auch „Doula“ war, und durch meinen damaligen Mann, der sich nicht einfühlsam verhalten konnte. Ich hatte eine leichte Geburt, freute mich, dass ich meinen Sohn die ganze Zeit bei  mir hatte…und fühlte mich trotzdem irgendwie allein … Inzwischen hab ich eine lange Reise gemacht und viele Erfahrungen, Anregungen und Erkenntnisse gesammelt. Und ich habe begonnen, global zu denken. Und offensichtlich bin ich ganz intuitiv hingeführt worden zu altem Wissen, das vor allem weibliches Wissen war.

Meine Geschichte

Durch meine Arbeit als Bäuerin bin ich auf Zeitqualitäten aufmerksam geworden, das heißt, ich habe gesehen, dass es einen großen Unterschied macht, unter welchem Mondeinfluss ich säe, Pflanzen bearbeite oder Brot backe. Besonders stark wirkt sich der „richtige Zeitpunkt“  auf die Qualität von Heilkräutern und daraus hergestellten Zubereitungen aus.

 

Als ich mich als Energetikerin auch mit „Raumqualität“  zu befassen begann, schloss sich ein Kreis. Ich habe gesehen, dass man sowohl allgemeine kosmische Zeitqualität nutzen kann, als auch örtlich/zeitlich begrenzte Raumqualität schaffen und nutzen kann. Im einfachsten Fall schaffe ich schon durch meine Haltung zu dem, was ich gerade tu, eine bestimmte Raumqualität, was ja schon lange allgemein bekannt ist: nichts schmeckt besser als Omas Apfelstrudel, in den sie ihre ganze Liebe zu den Kindern und Enkerln „einbäckt“, das ist buchstäblich „Alchemie des Alltags“!  oder anders herum: ich hatte mal Praktikanten im Haus, die meine Geduld schwer strapaziert haben, folglich machte mir auch das Kochen keinen Spaß mehr, und postwendend kamen von der ganzen Tischrunde kritisierende Bemerkungen über mein Essen …

 

Jedenfalls ging ich immer bewusster mit Zeit/Raumqualität um, und die Auswirkungen von Saat, Pflanz- Pflege- Ernte- und Verarbeitungstätigkeiten unter günstigen oder eben ungünstigen Bedingungen waren unübersehbar. Für besondere Anlässe wie Beginn eines neuen Lebensabschnittes, Gründung eines Projektes oder Unternehmens, oder auch bei extremen Wettersituationen begann ich, bewusst auch mit Ritualen Raumqualität zu schaffen.

Ein weiterer Doula- Baustein war meine Beschäftigung mit dem Venuscode, einer Art „Astrologie der neuen Zeit“, der sich auch aus den zum Geburtszeitpunkt wirkenden Kräften der Zeit ergibt, und der Hinweise auf Lebensaufgabe und Seelenplan liefert. Mit dem Venuscode lernt man aber auch hilfreiche Kräfte kennen, die man jederzeit einladen kann, und so seine Lebensumstände bewusster gestalten kann.

 

Als sich immer mehr Eltern äußerten, dass ihr Kinder „schwierig“ seien, weil nämlich alte Erziehungsmuster nicht mehr wirken, und auf der anderen Seite die Rede war von allerlei „neuen Kindern“ wie Indigo- Regenbogen- Kristall- oder Sternenkinder, die sehr selbstbewusst sein sollen, die ganz genau ihre Aufgabe kennen, und daher nicht im alten Sinne erzogen werden müssten, ja nicht einmal könnten, sondern die mit Respekt begleitet werden sollten zur Erfüllung ihrer Aufgabe, da fiel endgültig der Startschuss zu meinem Doula-Sein. Mein Gedanke dabei war, dass es Familien harmonischer machen könnte, wenn es Verständnis füreinander gäbe, wenn das Urvertrauen der Kinder nicht gebrochen oder stark strapaziert würde, und wenn selbstbewusste, glückliche Mütter ihre Kinder begleiteten, wenn die Bindung zwischen Eltern und Kindern – und auch zwischen den Eltern – mehr auf Liebe basierte als auf Dominanz, und wenn weniger Leistungs- und Erwartungshaltungen die Stimmung vergifteten …

 

Dann könnten alle beteiligten ihre Potenziale entfalten und nutzen, dann wären die Menschen aufrechter, selbstsicherer (dadurch weniger ängstlich und manipulierbar), zufriedener, glücklicher und würden bessere, und vor Allem friedliche Lösungen bei anstehenden Herausforderungen finden.

Annahme

All diese Überlegungen führten geradewegs zu der Annahme, dass es bei unserer Ankunft auf Mutter Erde jeweils eine bestimmte kosmische Zeitqualität gibt, die zu kennen das Verstehen des Ankömmlings erleichtert, dass aber auch die Raumqualität immense Auswirkungen auf die Grundeinstellung und Handlungsweise des neugeborenen Menschen in seinem ganzen Leben haben müsste.

 

Wenn wir betrachten, wie hoch die Gewaltbereitschaft, Angst, Zerstörungsbereitschaft heute in der Gesellschaft allgemein ist, aber auch, dass es strahlende Ausnahmen von friedlichen, kreativen, selbstsicheren Menschen gibt, dann liegt für mich der Schluss nahe, dass die prägenden Impulse, die Menschen bekommen, zusammen mit persönlicher Veranlagung und auch Lebensaufgabe/Seelenplan, ihre Leben stark beeinflussen, und in Summe über die weitere Entwicklung der Welt entscheiden.

Argumente

Nun weiß ich ja, dass ich ein Freak bin, ich dachte mir also, ich behalt diese „große Dimension“ meiner Motivation für die Doula-Arbeit eben für mich, denn das wird kaum nachvollziehbar sein. Im Stillen weiß ich ja, dass bedeutende Denker unserer Zeit wie Dr. Dieter Broers oder Mag. Werner Neuner immer wieder darauf hinweisen, dass alles, was wir erfahren oder an Handlungen setzen, nur am Rande mit uns persönlich zu tun hat, aber immer einen globalen Aspekt hat. Auch im systemischen Kontext; mit dem ich ja durch meine Lebens-und Sozialberater-Ausbildung vertraut bin, geht man davon aus, dass Alles mit Allem verbunden ist, und daher jede Handlung, ja sogar jede Einstellungs-änderung, eine Veränderung im ganzen System bewirken muss. Das sollte mir genügen.

 

Im Verlauf des Doula-Trainings, bei der Beschäftigung mit einschlägiger Literatur, bin ich dann auf erste Hinweise gestoßen, dass ich gar nicht so allein steh mit meinem Ansatz. Zum Beispiel zitiert Petra Horni-Dereani in ihrem Buch „geboren im Schutz der großen Göttin“ den Wissenschaftler Stanislav Grof, der Zusammenhänge von Störungen im Geburtsverlauf (bzw. auch Schwangerschaftsverlauf) und späteren psychischen Erkrankungen annimmt unter dem Begriff „perinatale Matrix“ zumindest zur Diskussion stellt. Die These ist nicht allgemein anerkannt, weil die offizielle Wissenschaft (noch) davon ausgeht, dass sich das Erinnerungsvermögen eines Menschen erst später ausbildet.

 

Schwer begeistert bin ich natürlich von Debra Pascali-Bono, die den Zusammenhang zwischen friedlicher, sanfter Geburt und einer Weltentwicklung hin zu mehr Frieden ganz deutlich zum Ausdruck bringt, und DONA. Als Vorsitzende der weltweiten Doulabewegung DONA plädiert sie global für eine friedliche, liebevolle Geburtskultur, und dies wird auch in den DONA-Leitlinien und Slogans klar zum Ausdruck gebracht. Sie hat auch die Arbeit von „Guerilla Midwife“ Ibu Robin Lim vorgestellt, die ebenfalls , neben dem direkten, alltäglichen Kampf gegen Mütter- und Babysterblichkeit in Indonesien – den sie auch unter katastrophalen Bedingungen, wie nach dem Tsunami, nicht aussetzt –  um die Welt verändernde Dimension von liebevollen Geburtserfahrungen weiß. Sie fasst ihre arbeit zusammen in ihrem Leitsatz „Gentle Birth Heals Mother Earth“, und engagiert sich unermüdlich. Unnötig zu erwähnen, dass beide auch zusammenarbeiten.

 

Auch bei der wunderbaren Begegnung mit Ina May und Stephen Gaskin  wurde deutlich spürbar, dass hier zwei große Visionäre einer besseren Welt all ihre Energie und Liebe in eben diese großen Visionen investiert haben, die sie in manchmal kleinen, einzelnen Punkten umsetzen, aber auch in ganz großen Strukturen, immer wissend, dass es Teil eines großen Ganzen und Besseren ist. Sie wurden schließlich auch beide mit dem alternativen Nobelpreis  ausgezeichnet, Ina May 2011 für ihr Lebenswerk, das Engagement für humane, gewaltfreie, selbstbestimmte und sichere Geburt, und Stephen bekam 1980 der ersten alternativen Nobelpreis überhaupt für die Arbeit in seiner Menschenrechtsorganisation „Plenty International“. Sie sind wahrscheinlich die bekanntesten und konsequentesten Hippies auf der ganzen Welt.

Leboyer

Mit dem Buch „Geburt ohne Gewalt“ von Frederik Leboyer hat sich in mir die Überzeugung endgültig gefestigt, dass meine Auffassung von anderen geteilt wird, und dass ich ein kleines Teilchen eines weltweiten, bereits existierenden Liebesheilungswerkes bin.

 

Frederic Leboyer meint, dass irgendetwas in der Menschheitsentwicklung vor tausenden von Jahren eingetreten ist, das die bis dahin verbreitete weiblich- mütterlich ausgerichtete, friedliche Kultur zu verdrängen begann.


Werner Neuner bietet dazu die These an, dass die alte, matrifokale Kultur überwiegend intuitiv-emotional dominiert war, und dass es entwicklungsgeschichtlich einfach Zeit war, den forschenden, verstehen wollenden Geist zu entfalten, eigentlich im Zusammenwirken mit der Intuition und der emotionalen Ebene. Da beide Aspekte einander fremd waren konnten sie nicht „fair“ miteinander umgehen, mit der Folge, dass der Geist alles in Frage stellt, um es verstehen zu können, der aber auch, eben weil er (auch voraus)denkt, Sicherheit schaffen will, Vorräte anlegen will, die Versorgung gewährleisten will. Durch diese Gedanken ist der Mensch aus dem Urvertrauen, dass die Große Mutter für alles sorgt, herausgefallen, und so erst ist Angst entstanden, dass das alles nicht da sein könnte, und daraus der Wille zu Macht und Kontrolle, und so wandelte sich auch die Gesellschaft in eine patriarchale Herrschaft.

 

Die allseits bekannten Folgen nach Jahrtausenden sind:

  • Monotheistische Religionen, die Macht und Kontrolle ausüben, die Mutter Erde als einen Batzen Dreck ansehen, der unterworfen, ausgebeutet und ge- oder verkauft werden kann. Und die allesamt Frauen als minderwertig ansehen, sie unterdrücken, und sie ebenso besitzen und beherrschen wollen wie Mutter Erde.
  • Weltliche Machtgefüge, die riesige Reiche errichten und verteidigen, zum Wohlergehen einiger weniger, und vor allem um der Macht willen, ohne Rücksicht auf den Preis, den die Mehrheit der Menschen dafür zu zahlen hat.
  • Als letzte Auswirkung sehen wir jetzt, dass das Wirtschaftlichkeitsargument jegliche Gräuel rechtfertigt, das selbst die Zerstörung der Lebensgrundlagen billigt, ja vorantreibt, und mit der geschürten Angst, dass zu wenig da wäre, sich wunderbar selbst erhält und einen Großteil der Menschen unter Druck setzt. Die Menschen fühlen sich nicht wohl, werden krank oder versuchen, mit Ersatzhandlungen wie Konsum ihr Leben auszufüllen. Bei manchen brennen irgendwann die Sicherungen durch, dann nennt man sie Psychopathen.

Verstehen

Leboyer hat das Gebärverhalten anderer Säugetiere beobachtet, und sich gefragt, warum der Mensch, vor allem in „kultivierten“ Gesellschaften, sich so haarstäubend anders verhält. Er hat verschiedene Kulturen durchleuchtet und den gemeinsamen Nenner gefunden, dass große Bemühungen unternommen werden, um die Ankunft im Leben so lieblos und unangenehm wie möglich zu gestalten. Untermauert wird das dann jeweils mit Religion, Tradition, oder Ähnlichem. Er interpretiert dieses Verhalten als eine langfristige Auslese, die nur den härtesten und brutalsten ein Überleben ermöglicht, aber mit diesen Menschen lässt sich genau die vorhin beschriebene Macht aufbauen und erhalten. Man kann annehmen, dass es viele Jahrhunderte gedauert hat, bis diese Methoden etabliert waren, aber dass dann die Thesen so untermauert waren, dass sie nur mehr von wenigen in Frage gestellt wurden, und für diese wenigen gab´s ja dann Scheiterhaufen, oder Steinigung, je nach „Kultur“.

 

Mir ist bewusst, dass in diesen wenigen Worten 6000 Jahre Geschichte komprimiert sind, aber die Situation in diesem großen Rahmen zu betrachten lässt Entwicklungen zu Tage treten, die aus größerer Nähe nicht sichtbar sind. Für mich ist es jede Hypothese, also auch diese, einmal grundsätzlich wert, näher hin zu sehen, um vielleicht Erkenntnisse zu gewinnen, eine endgültige Wahrheit gibt es sowieso nicht, das hat die Geschichte schon lange bewiesen.

 

Jedenfalls ist der große Dichter, Philosoph, Philanthrop, Arzt und Visionär Frederic Leboyer zu dem Schluss gekommen, dass eine Änderung der Geburtskultur hin zu Sanftheit, Liebe, natürlichen Bedürfnissen und Potenzialen nicht nur ein privater Segen für ein paar Bewusste ist, sondern von essentieller Bedeutung für die ganze Menschheit und Mutter Erde. Weil nur so eine Rückkehr zu respektvollem Umgang der Menschen untereinander und mit Natur, Umwelt und Tierwelt möglich sein wird, weil nur so die Menschen wieder ihre Potenziale in Harmonie mit dem Schöpfungsplan entfalten werden können, statt mit krankem Geist die Schöpfung zu vernichten.

Aussichtslos?

Nun könnten wir mutlos werden angesichts des vorher beschriebenen großen Zeitraumes, den wir in dem beschriebenen Muster durchlaufen haben. Dem möchte ich vor allem 3 Punkte entgegen halten:

  • Wir wissen inzwischen auch aus der Naturwissenschaft, dass es ungleich mehr Aufwand erfordert, ein unnatürliches System zu etablieren und zu erhalten, als ein natürliches. In unseren Zellen sind alle Urerinnerungen gespeichert, wir brauchen uns nur daran zu erinnern, um sie zu wecken. Für dieses Erinnern gibt es verschiedene Methoden aus dem sogenannten alternativen Bereich, wenn man es begünstigen will. Eine sehr effektive Möglichkeit ist, den neu ankommenden Menschen Schock und Trauma zu ersparen, dann werden die Zugänge zum vollen Potenzial, und damit zu allen Erinnerungen gar nicht so dick verschüttet. Das alles wird keine 6000 Jahre in Anspruch nehmen!
  • Das energetische Feld der Erde ist in starker Veränderung, was zu vielen Theorien geführt hat, auf die ich nicht näher eingehen werde. Sicher ist aber, dass sich die Einstrahlungen aus dem Kosmos extrem verändert haben, das belegen nackte Messungen der NASA Forscher, die diese zum Teil auch nicht erklären können, die aber eine globale Bewusstseinsänderung mit sich bringen werden, wie Dr. Dieter Broers ausführt, der von Versuchen berichtet, die Menschen gezielt und konzentriert genau den gleichen Wellenlängen ausgesetzt haben, mit der Folge, dass die meisten plötzlich ein stark verändertes, eher reflektierendes Bewusstsein zeigten. Das Universum unterstützt uns also augenblicklich mit besonderen Energien!
  • Aus meiner eigenen Erfahrung weiß ich, wie wichtig es ist, den Weg, den man für richtig erkannt hat, einfach zu gehen. Entweder es ist eine „Zufahrt“ zum tatsächlichen Lebensweg, dann wird man zu den Kreuzungen geführt, oder er bringt Früchte, auch wenn man gar keine erwartet. Illustriert aus meinem Leben heißt das: ich hab mit meinem Partner einen Hof gekauft, weil wir das für richtig angesehen haben. Wir haben ihn biologisch bewirtschaftet, weil es für uns richtig war, nicht nur, um der eigenen Lebensmittel willen, sondern um für Mutter Erde heilende und liebevolle Impulse zu setzen. Wir haben niemanden zu überzeugen versucht, und auch keinen Business-Plan gehabt … In einem Jahr mit denkwürdigen Wetterbedingungen haben einige Nachbarn angefangen, zu beobachten und fragen, was, wie, warum wir da tun. Nach nur 15 Jahren waren 60% der Bauern im Ort Biobauern! Mit ganz wenig Sauerteig kann man einen großen Trog bekömmlichen Brotes herstellen!

Fazit

Es ist daher, abgesehen von den bekannten „klinischen Fakten“, jede Mühe wert, den Müttern und den ankommenden Kindern die beste Unterstützung und Zuwendung angedeihen zu lassen, damit Geburten (der Kinder und auch der Eltern) in liebevoller Atmosphäre stattfinden können, und so die Welt friedlicher und liebevoller zu machen!

Schluss

Ich möchte uns alle ermuntern, in einem friedlichen und liebevollen Miteinander die Grundlagen und Kräfte des Lebens, die weibliche Urkräfte sind, zu ehren und zu schützen, jede/r an dem Platz und auf die Weise die eben möglich ist … ganz besonders lohnend ist dies im Zusamenhang mit der Ankunft neuen Menschenlebens …

Gertraud Zauner

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gertraud@venuspriesterin.at

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